Berlinale Countdown - noch 14 Tage
Ulf Engelmayer
Webblog norddeutscher nichtkommerzieller Lokalradios zur Berlinale
On Air zu hören in folgenden Regionen: Oldenburg, Westküste, Kiel, Lübeck, Hamburg, Göttingen, Südschwarzwald, Bremen
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25.1.07
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24.1.07
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IRINA PALM ist eine warmherzige britische Sozialkomödie, in der die Sängerin und Schauspielerin Marianne Faithfull fulminant und überzeugend die herausfordernde Hauptrolle spielt. Der Regisseur Sam Gabarski gab vor zwei Jahren mit der Familienkomödie der TANGO DER RASCHEVSKIS sein Kinodebüt.
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22.1.07
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In diesem Jahr kann man hoffen, dass die Tradition, zur Eröffnung der Berlinale einen schwachen aber mit illustren Namen besetzten Film zu zeigen, durchbrochen wird. „La vie en rose“ heißt die französische Produktion unter der Regie von Olivier Dahan und ist eine filmische Biografie über die legendäre Chansonette Edith Piaf. Die Hauptrolle wurde mit Marion Cotillard besetzt, die durch durch Luc Bessons Kassenschlager „Taxi“ bekannt wurde. Leider sind mir noch keine Reaktionen aus Frankreich zu Ohren gekommen, wie dieser Film, der ja eine nationale Ikone zum Thema hat, in Frankreich aufgenommen worden ist. Ein Blick in das jetzt schon vorliegende Programm lässt einen noch höheren Qualitätssprung im Festivalprogramm vermuten. Kosslick hat hier in den letzten Jahren eine systematische und konsequente Politik betrieben. Ein Tipp zum Schluss: wer das Videoportal youtube und anverwandte Klone im Prinzip für eine gute Idee hält, aber mit den dort eingestellten Inhalten wenig anfangen kann, sollte sich einmal auf den Internetseiten des Berlinale Talent Campus anschauen. Hier zeigt sich, was der internationale Filmnachwuchs so produziert.
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19.1.07
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18.1.07
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Die Wundertüte der Berlinale ist geöffnet, als Beobachter und Teilnehmer steht man nun vor der Qual der Wahl. Schwerpunkt Klassiker ? Da wäre der Fassbindermarathon mit der digitalisierten Version von „Berlin Alexanderplatz“, die Retrospektive „City Girls“ oder die Legende „Magnum in Motion“. Das Elend jedes Cineasten auf dem Festival: alles kann man nicht sehen, vieles wird man nie wieder auf deutschen Leinwänden sehen. Der erfahrene Besucher weiß, die spannendsten Begegnungen finden sich abseits der ausgetretenen Pfade, dort wo man noch die Kreativität, die Leidenschaft, aber auch die Leidensfähigkeit engagierter Filmemacher spürt. Einen Besuch wert ist sicherlich „Kulinarisches Kino – Eat, Drink, See Movies“. Unter der Moderation des unvermeidlichen Kochshow-Gastgebers Alfred Biolek, werden Filmemacher, gastronomische Experten und andere Kulturschaffende die kreativen, hedonistischen und politischen Zusammenhänge zwischen Film und Ernährung erforschen. Diesen Zusammenhang erlebt jeder Festivalbesucher während der Berlinale hautnah, nur das für kulinarische Raffinessen in der Regel keine Zeit bleibt.
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18.1.07
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16.1.07
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Der Countdown zur Berlinale läuft, auch in diesem Jahr ist die Redaktion Filmriss mit einem Team vertreten. Fest steht schon jetzt, dass es ein hochkarätiges Festivalwerden wird, sowohl von der Filmqualität, als auch von den Gästen. Berlin wird wieder zum Treffpunkt von Schauspielern, die dort ihre Regiearbeiten präsentieren: Robert de Niro, Clint Eastwood, George Clooney. Wir informieren Sie aktuell über unseren Blog und via Podcasting im Netz.
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16.1.07
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Die Berlinale geht auf Reisen: Turin und die Region Piemont präsentieren vom 3. bis 5. März eine Auswahl des diesjährigen Festival-Programms. Drei Tage lang wird das Cinema Massimo in der piemontesischen Hauptstadt im Zeichen des Berliner Bären stehen: Insgesamt acht Filme der 56. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden bei "Berlinale a Torino" zu sehen sein. "Ich freue mich, dass eine filmhistorisch bedeutende Stadt wie Turin unser Gastgeber ist und einige Berlinale-Highlights dem italienischen Publikum zeigt", sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.
In Zusammenarbeit mit dem Organisator Voir Trade srl hat die Berlinale aus den Sektionen Wettbewerb, Panorama und Forum eigens für Turin ein Programm zusammengestellt. Unterstützt wird "Berlinale a Torino" von der Stadt Turin, der Region Piemont, der Film Commission Torino Piemonte, dem Museo Nazionale del Cinema und Caffè Lavazza.
Panorama-Leiter Wieland Speck und der Italien-Delegierte des Festivals, Vincenzo Bugno, werden zur Eröffnung in Turin sein. Zum Auftakt von "Berlinale a Torino" wird der prämierte dänische Film En Soap von Pernille Fisher Christensen gezeigt. En Soap erhielt den Silbernen Bären – Großer Preis der Jury 2006 und wurde außerdem mit dem GWFF-Preis als Bester Erstlingsfilm bei der Berlinale 2006 ausgezeichnet. Abschlussfilm von "Berlinale a Torino" am 5. März ist der diesjährige Gewinner des Goldenen Bären: Grbavica von Jasmila Zbanic.
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2.3.06
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Meldorfer Filmemacher Lars Jessen (s. Bild) erhält den Seebären. Mit einem Filmbrunch präsentierte sich diese Woche Schleswig-Holstein auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin. Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen und die Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke (MSH) zeichneten in der Landesvertretung zwei Filmemacher aus dem nördlichsten Bundesland für besondere Verdienste um das Filmland Schleswig-Holstein aus. Dieser Preis in Form eines Seebären wird 2006 zum zweiten Mal verliehen.
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21.2.06
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Der Asiatische Film ist erneut ein großer Teil der Berlinale geworden, insgesamt 35 Beiträge sind im Festival zu finden. Hier eine Auswahl der Filme aus Asien:
Im Wettbewerb treten drei Filme an. Im düsteren Invisible Waves flieht ein japanischer Koch vor dem Gesetz und durchlebt auf einem Schiff eine Reihe von halluzinatorischen Begegnungen. Am Festland angekommen ist ihm die Mafia auf den Fersen. Kameragenie Christopher Doyle sorgt für eine besondere visuelle Stimmung, in der Hauptrolle ist Asano Tadanobu zu sehen. Eine Vater/Tocher-Beziehung erzählt Isabella. Der frustrierte Polizeibeamte Shing versucht das junge Mädchen Yan zu einem One-Night-Stand zu überreden, diese konfrontiert ihn jedoch mit der Tatsache das sie seine Tochter sei von dessen Existenz er nichts wußte. Als Yan dann auch noch bei ihm einziehen will stellt sich bald die Frage ob Shing väterliche Verantwortung übernehmen kann. Fliegende Schwertkämpfer und chinesiche Mythen sind in Wuji/The Promise zu sehen. Regisseur Chen Kaige, bekannt durch Lebewohl meine Konkubine, hat den teuersten Film Chinas gedreht, dabei aber durch zuviel Pathos und eine wirre Handlung sein Ziel verfehlt. Im Panorama sind ebenfalls große Namen vertreten: Rekord- und Extremfilmer Takashi Miike bringt uns die Big Bang Love, Juvenile A in dem zwei junge verurteilte Mörder im Gefängnis aufeinandertreffen. Der schüchterne Jun und der knallharte Shiro werden trotz ihrer Unterschiede zu Freunden in einer Welt voller Gewalt. Dead Run von Regisseur Sabu, der in den letzten Jahren mehrfach im Forum mit Filmen wie Blessing Bell oder D.A.N.G.A.N. Runner vertreten war, zeigt eine Geschichte voller Geheimnisse und Unwägbarkeiten. Das Leben des jungen Shuji ist vom Zerfall seines Wohnortes geprägt, Baulöwen und Gangster übernehmen die Macht. Ein undurchsichtiger Priester nimmt sich des Jungens an. In Little Red Flowers rebelliert ein vierjähriger im Kindergarten gegen die Versuche ihn zu einem funktionierenden Mitglied der chinesischen Gesellschaft zu machen. Ein
tiefer Blick in die Schule der Nation. 4:30 thematisiert die Einsamkeit von einem elfjährigen
Jungen aus Singapur, der diese durch gemeinsame Momente mit einem Mann Anfang Dreißig überwinden will. Ein Film über das urbane Leben und zwischenmenschliche Beziehungen. Memories in the Mist aus Indien ist kein typisches Bollywood sondern zeigt einen Underdog der in der heutigen materiellen Welt es nicht schafft oder nicht willens ist um jeden Preis erfolgreich zu sein. Die Vielfalt des asiatischen Films findet ihren Gipfel im Forum. Spektakulär und extrem ist der Strange Circus, eine Menagerie voll von sexueller Gewalt, Inzucht und Rache. Die Obsessionen eines zornigen jungen Mannes nach dem Selbstmordversuch seiner Mutter zeigt The Peter Pan Formula. Einen völlig anderen Blick auf Korea wirft Dear Pongyan aus Japan, in dem die Eltern der Filmemacherin nach der Teilung des Landes sich für eine Staatsbürgerschaft entscheiden müssen. Die Regisseurin Yang zeigt nicht nur ein liebevolles Portrait des störrischen Vaters sondern liefert zugleich erstaunliche Innenansichten vom
Alltag der kommunistischen Hauptstadt. Asien und Amerika treffen in Big River auf einander, der japanische Superstar Odagiri Joe begegnet in der spektakulären Landschaft in der Wüste Arizonas auf eine Amerikanerin und einen Pakistani. Die Teenagerin Aimie und ihr Freund schaffen es dagegen nicht in dem ruhigenIn Between Days ihre Gefühle auszudrücken,
Before Born ist ein Thriller ohne Plot voll rätselhafter Schönheit und unaufgelöster Fragen und
John & Jane arbeiten in einem Call Center in Bombay, immer bestrebt sich dem amerikanischen Markt anzupassen. Denen hilft vielleicht nur noch den Bollywood-Stil in Parnineeta zu zelebrieren.
Selbst das Kinderfilmfestival bietet einige Beiträge wie den Eröffnungsfilm der 14Plus-Reihe You & Me, in dem ein Mädchen Veränderung in das Leben einer alten Dame bringt. Ein besonderes Highlight sind zudem noch 9 Genrefilme des japanischen Meisterregisseurs Nakagawa Nobuo aus den 50er- und 60er Jahren. Horrorfilmklassiker wie Ghost Story of Ntsuya oder Schwertkampf-Dramen wie Okatsu the Avenger machen besonders in der Mitternachtsvorstellung Spaß.
Carsten Giese
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17.2.06
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Die US-amerikanische Filmemacherin begleitet über sechs Monate das Geschehen um die Wahlen im Irak. Durch sie erhalten wir die Bilder, die in den abstrakten Berichten der Medien verschluckt werden. Sie zeigt uns US-amerikanische Soldaten, deren Auftrag als Ordnungshüter jederzeit zum Himmelfahrtskommando werden kann und den Zynismus, den das Überleben in solcher Situation aufbaut. Wir bekommen Einblick in das Bemühen eines sunnitischen "Islamisten", der sich um ein demokratisches Bewußtsein bemüht und sich - trotzdem seine Wählerschicht von den Wahlen nicht begeistert war - als Kandidat aufstellen läßt. Laura Poitras hat u.a. seinen Zugang zu Abu Graib dokumentiert. MY COUNTRY, MY COUNTRY kann auch für Beobachter des Geschehens in den Nachrichten interessant sein. Er veranschaulicht das Thema. Und versucht dabei, nicht parteiisch zu sein.
Meike Gastner
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16.2.06
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Das ist der Titel der neuen Produktion von Joel Silver, der bereits die Lethal Weapon-Reihe realisierte und den Wachowski-Brüdern, die als die Regisseure der The Matrix-Trilogie weltbekannt wurden. In den späten 80ern sicherte sich Silver die Rechte für die Verfilmung des Comics, den der berühmte britische Autor Alan Moore kreierte.Die Gebrüder Wachowski verfassten schon in den 90er Jahren zahlreiche Drehbuchentwürfe. Der erste Kinofilm des Regisseurs James McTeague nimmt außer Konkurrenz am Wettbewerb der Berlinale teil. Produzent Joel Silver wurde auf der Pressekonferenz zum Film gefragt, ob der Autor Alan Moore den Film gesehen hätte? Ich weiß nicht ob Alan Moore den Film gesehen hat. Er hat bisher keine guten Erfahrungen mit den Verfilmungen seiner Stoffe gesammelt. Er wollte bei diesem Projekt nicht mitwirken und bat uns seinen Namen aus den Credits zu entfernen.Wir kamen diesem Wunsch nach. Ich hoffe, das er sich den Film irgendwann einmal anschauen wird.Wer weiß das schon? Wir versuchten unser Bestes dem Original möglichst nahe zu kommen. Der Film spielt im Großbritannien der nahen Zukunft und zeigt den Kampf des maskierten Anarchisten V, der mit terroristischen Methoden einen einsamen Rachefeldzug gegen ein faschistisches Regime führt. Hugo Weaving, der uns als Agent Smith in der Matrix begegnete, spielt die Hauptrolle und Natalie Portman, bekannt als Prinzessin Amidala aus den Star Wars -Prequels, ist seine einzige Verbündete Evey. Hatte sie keine Bedenken dabei, in einem Film mitzuwirken, dessen Held terroristische Mittel als Waffe einsetzt? In meinen Geburtsland Israel , wo ich aufwuchs war diese Problematik ständig präsent und die Kontroverse existiert so lange ich denken kann. Ich freue mich dass der Film die richtigen Fragen zu diesem Thema aufwirft. Dem Film merkt man die zahlreichen Drehbuchänderungen und Schwierigkeiten während der Produktion an. So wurde der Darsteller des Rächers V mehrfach nach Beginn der Dreharbeiten ausgetauscht. Im fertigen Film kann der Zuschauer einen unbekannten Schauspieler, mehrere Stuntmen und den Australier Hugo Weaving dabei bewundern, wie sie den schwarzgewandeten Freiheitskämpfer verkörpern. Die Vendetta ist oft unfreiwillig komisch, da die zentrale Idee des Filmes, der Kampf um die Freiheit, dem Publikum mit einer abstrusen Mischung aus brachialen Actionsequenzen und phrasenhaften
Dialogzeilen um die Ohren gehauen wird.
Carsten Giese
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16.2.06
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Australien im späten 19. Jahrhundert. In einer Kolonialsiedlung im unwirtlichen Hinterland geschieht ein grausames Verbrechen. Von den drei Brüdern, die eine Bande von Outlaws anführen, werden zwei gefangengenommen. Der örtliche Polizeichef verspricht das Leben des jüngsten Bruders zu schonen, wenn der mittlere der Brüder, Charlie, seinen älteren Bruder und Anführer der Gang, Arthur, zu Strecke bringt. Die Ausgangssituation von John Hillcoats Film "The Proposition" ist ein klassisches Westernmotiv um Vergeltung und Verrat. Bilder von der überwältigenden Schönheit der australische Wüste stehen hier im starken Kontrast zu plötzlichen Ausbrüchen von exzessiver Gewalt. Nicht umsonst nannte der Regisseur auf der Pressekonferenz zum Film den amerikanischen Filmemacher Sam Peckinpah als eines seiner Vorbilder. John Hillcoat: Die grossen amerikanischen Antiwestern waren Vorbilder für mich. Robert Altman, Sam Peckinpah, Terrence Malick, aber auch Sergio Leone. Die Herausforderung für mich war es, die australische Geschichte nach der Art dieser Regisseure auf die Leinwand zu bringen. Der Film ist prominent besetzt. Guy Pearce, bekannt aus "LA Confidential" und "Memento", spielt die Hauptrolle. Sein Gegenpart, der Polizeichef, wird von Ray Winstone erkörpert, der vielen noch aus "Sexy Beast" an der Seite von Ben Kingsley bekannt sein dürfte. In weiteren Rollen spielen John Hurt, Emily Watson und Danny Houston. Besondere Aufmerksamkeit erregte der Film in Berlin, weil sich der
australische Musiker Nick Cave für das Drehbuch und die Filmmusik verantwortlich zeichnete. Sein Debüt als Drehbuchautor hat dementsprechend auch alle Elemente, die in seinen Songs immer eine grosse Rolle gespielt haben: Schuld und Vergebung, Verbrechen und Rache. Nick Cave: Ich wusste nicht ob ich ein Drehbuch schreiben kann, ich wusste nur das ich eine Geschichte erzählen kann. Eine australische Geschichte genauer gesagt. Ich bin Australier und stamme aus derselben Gegend in der auch der Film spielt. Zuerst wollte ich nur die Geschichte schreiben und dann sollte ein richtiger Drehbuchautor den Rest machen, aber dann habe ich es doch selbst zu Ende gebracht. "The Proposition" ist bereits die zweite gemeinsame Spielfilmarbeit von Hillcoat und Cave. In seinem Erstling "Ghosts ... Of The Civil Dead" spielte Nick Cave bereits vor einigen Jahren eine Hauptrolle, ausserdem hat Hillcoat zahlreiche Videoclips für den Sänger inszeniert. "The Propostion" ist ein moderner Actionfilm der sich dabei klassischer Westernmotive bedient und durch seine realistische Gewaltdarstellung nichts für zartbesaitete Kinozuschauer ist. Die epischen Bilder von der Schönheit der australischen Wüste und die Musik von Nick Cave und Warren Ellis sind von geradezu poetischer Kraft und machen diesen Film besonders auf der grossen Leinwand sehens- und hörenswert.
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16.2.06
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A Prairie Home Companion: Das ist nicht nur eine der weltweit bekanntesten Live-Radio-Shows. Es ist auch der Titel des neuen Streifens von Regieveteran Robert Altman, der am Sonntag als Wettbewerbsbeitrag auf der Berlinale seine internationale Premiere feierte. Das gesamte Team ist noch einmal versammelt: Die Hausband, Gastmusiker aus der traditionellen amerikanischen Musik, insbesondere des Country, sowie alle Helfer. Sie machen sich startklar für die allerletzte Aufführung des A Prairie Home Companion. Denn nach über 30 Jahren soll Garrison Keillors groteske Radio-Show - Woche für Woche ausgestrahlt an über 4 Millionen treue US-Hörer - abgesetzt werden. Grund: Das alte Fitzgerald Theatre in St. Paul, Minnesota, aus dem gesendet wird, ist an einen großen Konzern verkauft worden. Dieser will hier nun lieber ein großes Parkhaus hochziehen. Der Film kreist um diesen letzten Abend, die Gefühle und Befindlichkeiten der Beteiligten und die Turbulenzen auf wie hinter der Bühne. Zur illustren Darstellerriege gehören u.a. Meryl Streep, Lily Tomlin, Kevin Kline, Virginia Madsen und Tommy Lee Jones. Gastgeber Garrison Keillor spielt sich selbst. Und er war es auch, der das
fiktive Drehbuch beisteuerte. In Wahrheit gibt es den Prairie Home Companion natürlich noch, die Sendung feierte erst kürzlich ihren 30. Geburtstag. Regisseur Robert Altmann ist schon etwas länger im Geschäft, für sein Lebenswerk erhält er Anfang März einen Ehrenoscar. Er war für Keillor von
Anfang an Wunschkandidat für eine filmische Zusammenarbeit. Bereits nach einem ersten Treffen war beiden klar, dass sie zusammen arbeiten würden. Zum großen Erfolg der Show sagt Robert Altmann: Es ist ihre Einzigartigkeit, die Idee, sie vornehmlich für das Radiopublikum zu machen. Dabei sind sich Garrison und seine Leute immer treu geblieben. Im Film haben wir versucht, insbesondere Garrisons sehr eigenen Humor und seine Art der Kommunikation einzufangen - sowie die Show an sich. Wir sind sehr stolz darauf, das wir dies machen durften. Meryl Streep stellt neben Lily Tomlin eine der beiden Johnson-Schwestern dar. Für die Rolle der Sängerin musste sie extra das Singen neu erlernen.
Trotzdem sagte sie als eine der ersten Altmann Für den Film zu: Ich bin langjährige Zuhörerin der Sendung A Prairie Home Companion. Für mich war es wirklich großartig, etwas Wahres zu entdecken über das Herz Amerikas, auch etwas, das alle Ebenen der Kultiviertheit und Menschlichkeit berührt. Etwas, das uns sagt, wer wir sind. Außerdem wollte ich schon immer mit Robert Altman zusammenarbeiten. Und Meryl Streep ist dieser ewig gehegte Wunsch und seine Erfüllung an ihrer
Spielfreude anzumerken. Insbesondere in den gelungenen Dialogen mit Lily Tomlin. Auch hervorzuheben sind die Stellen im Film, in denen das Live-Moment der Show unmittelbar spürbar wird. Leider jedoch springt der wirklich skurrile Witz der eigentlichen Sendung nur zu selten auf den
Kinozuschauer über, da sich Altman mitunter auf belanglosem Terrain hinter der Bühne verzettelt.
A Prairie Home Companion ist zwar ein relativ vergnügliches Unterfangen, jedoch verlässt sich Altmann zu sehr auf sein gutes Ensemble. Sein Film kommt oft auch sehr bemüht und geschwätzig daher und kann gewisse Längen im Mittelteil nicht verbergen.
Filmriss-Urteil: Kein Bären-Gewinner!
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16.2.06
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Unsere Themen Am Freitag, 17.02., erwartet Sie in Filmriss - live von der Berlinale: Spanischsprachiger Film auf der Berlinale: Viele Enttäuschungen, seichter Kommerz und wenig Festivalwürdiges. Unserer Favorit: Derecho de familia (ARG, Daniel Burman, Panorama) Zwiespältig, l'art pour l'art: El Custodio (ARG, Rodrigo Moreno, Wettbewerb) Abzuraten: La Prisonera (ARG, Alejo Moguillansky+Fermin Villanueva, Forum) Ärgerlich: El triunfo (E, Mireia Ros, Panorama) Französischsprachiger Film auf der Berlinale: Oft geärgert aber manches Schmuckstück: Überzeugend, weil phantasievoll und phantasieanregend: De particuler à particulier von Brice Cauvin (Forum) - Interview mit dem Regisseur und The sience of sleep von Michel Gondry (Beitrag mit O-Tönen) Seicht aber unterhaltend: Quatre etoiles von Christian Vincent (Panorama) Seicht und sterbenslangweilig: Camping Sauvage von Christophe Ali und Nicolas Bonilauri (Panorama) Schöne Bilder, aber zweifelhafte Aussagen: Congo River von Thierry Michel (Panorama) Ärgerlich subjektivistisch: La-bàs von Chantal Akerman (Forum) Morgen zu sehen: L'ivresse du pouvoir von Claude Chabrol (Wettbewerb) Außerdem: Wer gewinnt die Bären? Die Filmriss-Redaktion spiel Jury. Im Studio: Michael Luppatsch, Pilar Arnau, Christian Szambien Michael Luppatsch Und noch ein Hinweis an die Kollegen: Bitte stellt doch auch im Nachhinein die Übersicht über die Themen und Beiträge auf diese Seite!!!!!
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15.2.06
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"Forget about Baghdad, Miami`s off the chain" so lautet der ein wenig reisserische Untertitel von "Rampage", ein Dokumentarfilm des australischen Filmemachers George Gittoes. Der Film ist eine erneute Reise Gittoes in die verbotenen oder auch verlorenen Zonen dieser Welt. Es wird die Geschichte dreier schwarzer Ghettokids erzaehlt, die nur drei Moeglichkeiten haben den Suburbs von Miami zu entfliehenÖ durch das Militaer, durch die Musik und durch den Tod. Gittoes zeigt ein beklemmendes zeitgenoessisches Portraits der dunklen Seite von Amerika und der Leute die mit ihren Familien darin ueberleben muessen. Kurios muteten da die Bedenken von Musikmanagern eines grossen Konzern an, die Texte des 14 jaehrigen Raptalents Denzell auf Platte zu bringen. Leider ist der Film mit 118 Minunten viel zu lang geraten, um einen schluessigen Handlungsaufbau durchzuziehen. Gittoes verliert sich all zu oft in Bildsequenzen, die sich nicht schluessig in das Thema einpassen.
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15.2.06
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